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Europameisterschaft 40+ der Klasse VG1:8 in Heemst
Europameisterschaft 40+ der Klasse VG1:8
Nachdem die letzte Euro in Deutschland stattfand, war dieses Jahr Holland an der Reihe.
Ort des Geschehens war die fantastische Strecke des Modell Auto Club Heemstede.
Ich reiste bereits am Mittwoch an, um die Strecke kennenzulernen und ein entsprechendes Setup für meinen Serpent S960-08 zu finden. Bereits am Mittwoch war der Campingplatz gut besucht und auch die Boxengasse war schon gut gefüllt.
Nachdem wir unsere Schraubertische belegt hatten, ging es an die ersten Runden.
So schön die Strecke auch ist, so schwierig ist sie auch. Das bisherige Setup war nicht zu gebrauchen.
Somit wurden diverse Änderungen getestet mit dem Ergebnis, dass es am Ende des Tages schon ganz gut um die Ecke ging.
Es fehlte noch an Gripp, aber ansonsten ließ sich der S960 schon recht präzise fahren, was bei den 2 Vollgas-Steilkuven auch von Nöten war. Da um 17Uhr die Strecke geschlossen wird, hieß es wie jeden Tag, das Auto zu reinigen und für den nächsten Tag vorzubereiten. Gegen 20Uhr wurde dann der Grill angeheizt und wir gingen zum gemütlichen Teil des Tages über.
Beim Colabier und leckeren Grillfleisch wurde dann bis spät in die Nacht über die verschiedenen Setuperfahrungen des Tages diskutiert. Am nächsten Tag wurde die Strecke wieder von 10 bis 17Uhr geöffnet.
So wurde am Donnerstag erneut nach den entscheidenden 10tel Sekunden gesucht, die wir auch dann gefunden haben.
Leider hat mein neu eingelaufener Novarossimotor mit MH-Tuning aus unerfindlichen Gründen die Kompression verloren, womit ich aufgrund der fehlenden Zeit auf einen bereits gelaufenen Novarossi 21Plus3C umsteigen musste. Dies war etwas schade, da der von MH überarbeitete Motor eine bemerkenswerte Leistungsentfalltung hatte. Also testete ich den anderen Motor noch mit verschiedenen Übersetzungen und am Ende des 2ten Tages waren auch damit ganz akzeptable Zeiten möglich. Am Freitag wurde die Strecke bis Mittag für ein Gruppentraining freigegeben, da am Nachmittag die ersten 2 Vorläufe angesetzt waren. Jetzt galt es erst einmal einen ersten sicheren Vorlauf hinzulegen, um dann in den verbleibenden 3 Vorläufen etwas riskieren zu können. Im ersten Vorlauf ging es ganz ok und ich fand mich auf Platz 11 der Rangliste wieder. Die Top-Fahrer waren rund 1 Runde schneller zu diesem Zeitpunkt. Auch im 2ten Vorlauf ging es ganz gut, aber die leichten Änderungen wirkten sich nicht wie erhofft aus.
Somit lag ich auf Platz 11 nach 2 gelaufenen Vorläufen. TQ war unser bester Mann aus dem Team Germany Andreas Giesa.

Es folgte dann am späten Nachmittag der Einmarsch der Nationen. Schon eine tolle Sache zu sehen, wie 10 Nationen zur entsprechenden Nationalhymne einmarschierten. Für mich auch das erste Mal und ein tolles Gefühl. Im Anschluss wurde die schönste Karosserie gesucht und ich kam mit meiner von Felix Röhrs lackierten Karosserie unter die besten 4!Dieser Erfolg geht an Felix und dessen Design, was die ganze Veranstaltung immer wieder mit Lob wie "nice body" kommentiert wurde. Am Samstag standen nun die letzten 2 Vorläufe an, in denen ich mich aber nicht mehr verbessern konnte.
Somit galt es im Halbfinale noch einmal eine Schippe draufzulegen, um in das Finale austeigen zu können.
Nach dem Start des Halbfinales lief alles wirklich gut. Das Auto lag perfekt. Der Motor war ein wenig zu fett eingestellt, wodurch das Rausbeschleunigen aus den Kurven etwas zäh war. Aber das Gesamtpaket funktionierte, und somit beendete ich das Halbfinale auf Platz 2 liegend, womit ich den Aufstieg in das Finale geschafft hatte. Die Freude war groß und somit hatte ich ausreichend Zeit, um mein Auto für das Finale vorzubereiten.
Dies hieß ein kompletter Service was im Detail heißt, dass das Auto komplett zerlegt wird.
Alles wird gesäubert, Kugellager geöffnet - gereinigt und neu geölt, Zahnriemen geprüft und gesäubert, Ritzel und 2 Gangzahnräder erneuert usw. usw. Meinem Novarossimotor spendierte ich noch ein neues Pleul, um ganz sicher zu gehen.
Am Samstagabend hatte ich dies dann alles erledigt und auch die 2 Sätze Räder für das Finale geschliffen. Puh.
Genau, 2 Sätze da das Finale 45 Minuten dauert! Und aufgrund des hohen Reifenverschleiss müssen bei ca. 20 Minuten die Räder gewechselt werden. Für mich alles eine Premiere, da dies mein erstes internationales Rennen war und ich bislang nur 30 minütige Finals gefahren bin. Dann stand der Sonntag an. Für mich alles sehr entspannt, da mein Finale erst gegen 15 Uhr starten sollte.
Vor dem Finallauf wurden die Fahrer vorgestellt, was einen schon etwas Gänsehaut macht.
Dann galt es. Alles lief nahezu perfekt. Ich startete von Position 9. Meine Strategie war die ersten 2-3 Runden ruhig zu beginnen, da meine Aufregung doch enorm war.
Und es war die richtige Strategie. In den ersten 3 Runden gab es einige Positionskämpfe, und ich fand mich nach 10 Minuten auf Platz 8 wieder. Die Tankstopps liefen gut dank meiner Boxencrew bestehend aus Steffi und Sven.
Dann kam der Räderwechsel. Alles lief nach meinem empfinden perfekt. Es wunderte mich nur, dass das Auto die ersten 2-3 Runden schlecht einlenkte. Die Erklärung folgt später. Nach 30 Minuten lag ich auf Platz 7 und mein Auto ging immer besser. Dies zeigt auch meine schnellste Runde, die ich ich im letzten 4tel der Fahrzeit fuhr. Dann die Zieldurchfahrt.
Platz 6! Yeeeah. Unglaublich und die Freude war riesig.
Zumal dann auch der Grund bekannt wurde, warum mein Auto nachdem Radwechsel die ersten Runden nicht gut funktionierte.
In der Aufregung wurde das rechte Vorderrad nach links getauscht und nicht erneuert, wodurch die Balance nicht mehr stimmte. Aber alles kein Problem wie die Zeiten zeigten, und am Ende ein für mich tolles Ergebnis.
Somit waren die deutschen Platzierungen wie folgt.
Platz 2: Andreas Giesa
Platz 6: Michael Pätz
Platz 8: Jürgen Stark
Mein Fazit dieser Veranstaltung:
Eine grandiose Strecke mit tollen offenen Menschen. Super Fritten, Krokett und Frikandel. Die Stimmung im deutschen Team war super und jeder hat jedem geholfen. Unsere Teammanagerin Birgitt hatte alles stets im Griff. Danke dafür.
Die abendlichen Grillrunden rundeten die Tage ab.
Ein DANKE noch einmal an Steffi und Sven für die Boxenhilfe. Aber auch allen anderen ein großes Danke für die vielen Tipps und Ratschläge.
Ich habe sehr viel gelernt und Lust auf mehr bekommen.

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